Es muss nicht immer Grappa sein

18. Band der Grappa Serie
Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2008

Es muss nicht immer Grappa sein.
Zwei Morde an einem Tag - das hat selbst Polizeireporterin Maria Grappa noch nicht erlebt. Opfer Nummer eins: Ekatarina Schöderlapp, eine Aussiedlerin aus der Ukraine, 78 Jahre alt, sie ist in ihrer Wohnung mit einer Plastiktüte erstickt worden. Opfer Nummer zwei: der berühmte Erotikfotograf Hein Carstens. Er liegt mit zertrümmertem Schädel in seinem Hotelzimmer. Merkwürdigerweise steht in seinem Notizbuch die Adresse der Rentnerin. Noch merkwürdiger: Die Polizei stößt in der schäbigen Wohnung der Frau auf 35 kg Kaviar. Grappa findet die Fischeier nur eklig und entgegen der Ermittlermeinung glaubt sie nicht an Rache der russischen Kaviar-Mafia. Denn da gibt es noch Filmsternchen Kiki Moreno, die gerade die 356. Folge der Soap »Gute Tage - schlechte Tage« abgedreht hat. Ihre Nacktfotos zieren die Homepage des erschlagenen Fotografen und sie ist die Freundin des russischen Kaviarkönigs Boris Gogol. Verdächtig macht sich zudem der örtliche Feinkostkönig Peter Silius, und das nicht nur, weil die tödliche Plastiktüte sein Logo ziert. Ein Dickicht aus Habgier und Völlerei entfaltet sich vor Grappa ...

(ab 6. Oktober) 8,95 Euro, 224 Seiten.




Leseprobe:

Die Seifenoper Gute Tage - schlechte Tage wurde in Köln gedreht. Die Serie lief seit 1995. Bisher waren fast viertausend Folgen produziert worden. Kiki Moreno hatte erst knapp vierhundert Teile hinter sich gebracht. Mittags wurden die dreißig Minuten, die am Vorabend gesendet worden waren, wiederholt. In der Redaktion stand ein Fernseher. Soaps waren nicht mein Ding, aber ich wusste, dass sie viele Fans hatten. Sarah, Susi und Stella zum Beispiel. Sie tauschten sich oft über die Begebenheiten und Verwicklungen aus, gaben Prognosen zum künftigen Ablauf ab und verteilten ihre Sympathien und Antipathien. Ich drückte die Tür zum Großraumbüro auf. Es war Mittag und die meisten Kollegen saßen bei dieser Hitze in einem Biergarten oder hatten Termine. Stella und Susi löffelten Eis aus einem Becher.
"Hallo, Mädels, stört es euch bei eurer wohlverdienten Mittagspause, wenn ich das TV anwerfe?"
"Was gibt es denn?", fragte Stella.
"Gute Tage - schlechte Tage. In einer halben Stunde."
Die beiden sahen sich überrascht an. Sie hätten mir wohl eher eine Tiersendung oder ein Politmagazin zugetraut. Diskret schickte ich die Azu-Biene zum Bäcker. Mandelhörnchen für alle. Dann wandte ich mich wieder an die Sekretärinnen.
"Könntet ihr mich mal schnell in den Stand der Dinge einweihen?"
"Es geht um Liebe", zeigte sich Susi kooperativ.
"Oh!"
"Und um Intrigen", machte Stella mit.
"So, so."
"Ich hab fast alle Folgen gesehen", erzählte Susi. "Es gibt viele Verwicklungen."
"Also wie im richtigen Leben", begriff ich.
"Schlimmer!"
"Welche Rolle spielt denn Kiki Moreno?"
"Die Sandy", kam es unisono.
"Die ist noch nicht lange dabei", führte Susi aus. "Aber dafür jetzt in fast jeder Folge."
"Sie ist die Tochter der ersten Frau des Harro von Liechtenstein.
Aber das weiß sie natürlich nicht. Und die Mutter auch nicht, weil die im Dschungel mit dem Flieger abgestürzt ist, aber von einem Indianerstamm gerettet wurde", fuhr Stella fort. "Sie hat dann den Häuptling Zärtliches Krokodil geheiratet."
"Du musst noch sagen, dass die Mutter ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß also nichts mehr von ihrem früheren Leben. Jetzt ist sie Haushälterin beim Liechtenstein." "Moment mal", wandte ich ein, "die hat ihr Gedächtnis so gründlich verloren, dass sie ihren Ex nicht mehr erkennt?" Stella verdrehte die Augen. "Na klar, die arme Frau." "Und wieso erkennt der Ex sie nicht?" Ich verstand nur Bahnhof. "Das ist doch die Mutter seiner Tochter!" "Ja, ja", kam es von Susi, "das sollte man denken. Aber als der Flugzeugabsturz passierte, haben sie die Iris Bärbaum, die das gespielt hat, aus der Serie rausgeschrieben. Die war ja zuerst tot. Und wollte wieder Theater spielen." Stella wippte auf dem Stuhl: "Und als Kikis Mutter wieder gebraucht wurde, hat Annelore Elsner die Rolle übernommen. men. Und die sieht ja anders aus als die Iris. Wie soll der Harro in der Annelore die Iris erkennen? Fassungslos blickte ich von der einen zur anderen und zurück.




Presse- und Leserstimmen zu "Es muss nicht immer Grappa sein":

ekz-Informationsdienst der Evangelischen Kirche:
"Auch im 18. Fall der taffen Journalistin kommen die Fans von Maria Grappa auf ihre Kosten. Erneut präsentiert und Gabriella Wollenhaupt einen unterhaltsamen, spannenden Fall sowie eine ironische und leicht wehmütige Journalistin. Aber die Wehmut ist spätestens beim Happy-End mit Hauptkommissar Dr. Kleist vergessen. Wie die anderen Titel der Reihe empfohlen für viele Bibliotheken."

Nordkurier - Literatur:
"... außerdem gibt es einen Generationswechsel bei der Kripo, wo der kühle Kommissar Dr. Friedemann Kleist sein Revier markiert, einige hübsche Geschichten aus der Welt der TV-Seifenopern und letztlich die Erkenntnis, dass es doch besser Grappa sein sollte."

Ticket-Buchversand Schweiz:
"Gekonnte Mischung aus Ironie und Realismus"

Christiane Köhne bei "amazon":
"Die Russenmafia in Dortmund, und Grappa mittendrin. Was sonst erwarten wir von Maria Grappa, der Journalistin aus Dortmund, die kein Blatt vor den Mund nimmt? Gabriella Wollenhaupt schreibt frech und frei von der Leber weg. Sie versteht es mit viel Humor zu unterhalten. Wer dann noch eingefleischter Dortmunder ist, hat mit diesem Buch seine wahre Freude. Mit dem 18. Grappa Buch weiß Gabriella Wollenhaupt, wie man seine Leserschaft fesselt. Mir persönlich gefällt ihr Umgangston den sie, was die Männer angeht, an den Tag legt. "Es muss nicht immer Grappa sein", ist ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite verschlingt."

Ingo Löchel in "Zauberspiegel"
"Was den Leser von der ersten Seite an fesselt ist der charmant-witzige und spannende Schreibstil des Krimis von Gabriella Wollenhaupt, der einen nicht mehr loslässt und ‚zwingt', den Kriminalroman ohne Pause bis zur letzen Seite durchlesen. Und man wird belohnt. Ein sehr spannender Krimi, der sich weit von der üblichen Krimi - Kost abhebt und den Leser nach mehr Gappa - Krimis "schreien" lässt. Es war zwar mein erster Grappa - Krimi den ich gelesen habe, aber es wird bestimmt nicht mein letzter Roman mit der Polizeireporterin sein."

In "Buchtips.net":
"Ganz klar, ein echter Grappa von Gabriella Wollenhaupt, die es mit viel Witz und Verstand versteht, hervorragende Geschichten zu schreiben. Vollgepackt mit Ironie und der notwendigen Portion Realität gelingt es ihr immer wieder eine tollen Spannungsbogen zu erzeugen."

Walter-Jörg Langbein bei "amazon":
"Es muss nicht immer Grappa sein" bietet wieder köstliche Unterhaltung, spannende Lektüre, Stoff zum Schmunzeln und Nachdenken... Krimikost, die süchtig macht nach mehr. Zum Glück ist Grappa frech und frisch wie immer. Sie wird noch manchen Fall lösen. Starke Frauen braucht das Land der Literatur: Gabriella Wollenhaupt hat uns eine geschenkt, Grappa, die einzigartige Journalistin und Detektivin. Ein Dankeschön an die Autorin!"