Rote Karte für Grappa
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16. Band der Grappa-Serie Erscheinungsdatum: Mai 2006 |
Kaum von ihrer schweren Verletzung genesen, arbeitet Maria Grappa
schon wieder an einer heißen Story: Toninho, der Stürmer-Star der
Schwarz-Gelben, wird entführt, seine Freundin Margit überfallen und
vergewaltigt. Während die Polizei glaubt, dass ein seit zehn Jahren
gesuchter Serientäter hinter der Vergewaltigung steckt, ist die
rothaarige Reporterin überzeugt, dass Entführung und Überfall in
Zusammenhang stehen – denn Margit ist die Tochter des Mannes, der in
seiner Eigenschaft als Präsident den Bierstädter Traditionsverein
mit undurchsichtigen Spekulationen in den finanziellen Ruin
getrieben hat.
Und Grappa hat zumindest teilweise Recht, die Polizei
identifiziert aufgrund von DNA-Spuren Toninho als Vergewaltiger. Der
vermeintlich Entführte wird umgehend zur Fahndung ausgeschrieben.
Mit Erfolg: Toninho taucht wieder auf – allerdings fein säuberlich
verpackt. Sein abgehackter millionenschwerer Fuß steckt in einem
roten Lack-Stiletto – ein Hinweis auf Toninhos Aktivitäten im
Bierstädter Rotlichtmilieu?
Spätestens jetzt wird die Reporterin von Fußballfieber gepackt -
und recherchiert sowohl im Fußballstadion als auch auf dem
Straßenstrich. Zum Schluss stellt sie fest, dass die bürgerliche Ehe
durchaus ihre Aufregungen haben kann, dass Balltreter und ihre
Anhänger nicht blöd sein müssen und dass es beim Fußball immer einen
Gewinner gibt: Das große Geld.
Leseprobe:
Eine halbe Stunde später glich die Redaktion des Bierstädter
Tageblattes einer belebten Bahnhofsvorhalle. Die Kriminalpolizei
unter Leitung von Anton Brinkhoff war angerückt. Der Hauptkommissar
war genervt, denn Stella war schreiend zusammengebrochen und
wimmerte nur noch vor sich hin. Susis und Saras
Aufmunterungsversuche hatten wenig Erfolg. „Kann mal jemand die
Frau hier raus bringen?“, fragte der Hauptkommissar in die Runde.
„Bei dem Geplärre kann ich keinen klaren Gedanken fassen!“ Susi
und Sara führten ihre Kollegin in eine nahe gelegene
Einzelzelle. „Tausende sitzen im Stadion und ich kriege den Ball
an den Kopf“, brabbelte Stella – gestützt von ihren Kolleginnen –
auf dem Weg hinaus. Der Geräuschpegel sank. Jansen war bleich,
hatte sich in einen Stuhl fallen lassen. Schweiß perlte auf seiner
Stirn. Auch mir ging es nicht besonders gut. Der Blick in den
Karton hatte genügt, um festzustellen, dass der abgehackte Fuß sehr
groß und sehr schwarz war und in einem roten Lackschuh Größe 45
steckte. „Denkst du, was ich denke?“, fragte
Jansen. „Toninho“, sagte ich. „Genau.“ „Wenn der Fuß ihm
gehört, ist es mit seiner Karriere vorbei.“ „Du bist ein verdammt
schlaues Mädel!“ „Da sagst du mir nichts Neues“, meinte ich. „Bei
den Paralympics ginge es eventuell noch.“ „Sehr
witzig!“ Brinkhoff steuerte auf uns zu. „Schön, Sie zu sehen,
Frau Grappa“, sagte er freundlich. „Und kaum sind Sie wieder fit,
ist hier der Teufel los. Gibt es da eine Verbindung?“ „Für eine
gute Story tue ich fast alles“, gab ich zu. „Aber in diesem Fall bin
ich unschuldig, ich lehne körperliche Gewalt gegen Männer
ab.“ „Grappa setzt mehr auf psychische Blessuren“, ergänzte
Jansen. Brinkhoff lächelte. „Wirklich? Immerhin haben Sie das
Paket auf den Schreibtisch gestellt.“ „Ich hab’s von unten mit
raufgebracht“, erklärte ich. „Wenn das reicht, um den Fall zu lösen,
dann nehmen Sie mich fest.“ „Du warst das, Grappa?“, fragte
Jansen mit gespieltem Entsetzen. „Ja. Ein Vergeltungsakt“,
gestand ich. „Vor drei Monaten hat sich Stella mal geweigert, für
mich Kaffee zu kochen. Ich wollte, dass es sie mal so richtig
gruselt.“ „Haben Sie irgendeine Ahnung, warum dieser Fuß an das
Tageblatt adressiert war?“, fragte Brinkhoff. Jansen und ich
schüttelten gleichzeitig den Kopf. „Was passiert jetzt?“, fragte
ich. „Das, was immer passiert. Das Paket wird von den
Kriminaltechnikern untersucht und der Fuß kommt in die
Gerichtsmedizin.“ „Könnte es Toninhos Fuß sein?“, fragte
ich. „Nur weil er schwarz ist? Sie haben wirklich eine blühende
Phantasie! Die Sache kann auch ins Rotlichtmilieu hineinspielen“,
meinte der Hauptkommissar. „Oder alles hat mit der islamischen
Weltrevolution zu tun. Oder mit Ufos und Außerirdischen“, überlegte
ich. „Aber Sie werden’s schon rauskriegen. Und ich helfe Ihnen
dabei.“ „Ist das eine Drohung oder ein Versprechen?“, fragte
Brinkhoff. „Ein Entgegenkommen“, antwortete ich. „Bisher hat
unsere Zusammenarbeit doch immer super geklappt, oder?“ „Da kann
man mal wieder sehen, wie unterschiedlich Sachverhalte wahrgenommen
werden.“
Eine halbe Stunde später waren die Polizisten
abgezogen und alles war wie immer. „Ist das jetzt meine Story?“,
fragte ich Jansen. „Fürs Erste ja. Du hast das Paket
angeschleppt“, meinte er. „Sechzig Zeilen. Aber halt dich
zurück.“ „Du kennst mich doch!“ „Eben.“ Ich grinste
schief.
Auf dem Weg in mein Büro lief mir Harras über den
Weg. „Ich hab schon gehört, was passiert ist“, sagte er atemlos.
„Ein schwarzer Riesenfuß in einem roten Schuh. Und ich wette mit
Ihnen, dass er Toninho gehört.“ „Da brauchen Sie nicht zu
wetten“, meinte ich. „Alle Welt ist der Meinung und die Polizei wird
es auch sein, wenn sie eine Genanalyse gemacht haben.“ „Ob er
noch lebt?“ „Der Fuß? Nein!“ „Der Mann!“ „Keine Ahnung.
Aber so was übersteht man nur, wenn man danach fachmännisch versorgt
wird. Die Rechtsmediziner kriegen bestimmt noch raus, ob der Fuß
post mortem abgetrennt oder der Schwarzen Gazelle bei lebendigem
Leibe abgehackt wurde.“ Harras sah mich entsetzt an, stöhnte und
legte die Hand auf den Magen. „Kotzen Sie nicht in den Flur,
Harras“, bat ich. „Toninho wird nie wieder spielen können!“, rief
er. „Ja, armer Kerl“, murmelte ich. „Zuerst hatte er kein Glück,
und dann kam auch noch Pech dazu. Wer hat das noch mal
gesagt?“ „Jürgen Wegmann.“ „Müsste ich den kennen?“ „Nicht
wirklich. Einmal Platz zwei im UEFA-Cup – das war 1993 mit den
Schwarz-Gelben“.
Pressestimmen:
Andreas Dickel bei "amazon.de
»"Dieses Buch habe ich nur auf Grund der sehr guten Bewertungen hier bei amazon gekauft.
Gabriella Wollenhaupt war mir bis dahin gänzlich unbekannt.
Der Kauf war ein absoluter Volltreffer und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen,
was für meine Verhältnisse eher selten ist.
Es ist wunderbar geschrieben, hat eine gehörige Portion Witz und weckt eine immense
Neugier auf den Ausgang der Geschichte.
Daher kann man es nur bedenkenlos weiter empfehlen."«
Cerstin Hahn bei amazon.de
»"Gabriella Wollenhaupts16. Episode der Grappa"-Krimis zeichnet sich - wie die
Vorläufer - durch durchdachten - oft auch makabren Witz - aus, unterschwelliger
Feminismus und überragende und theatralische Erzählkunst aus.
Die Figur der Maria Grappa ist der Frau von Heute auf den Leib geschrieben und in
sich stimmig geschildert und mit Sicherheit auch nach 15 Vorgängern noch nicht in
die Jahre gekommen..
Man lernt eine moderne Frau kennen, die nach ihren eigenen Wertvorstellungen lebt
und diese auch gegenüber der Umwelt konsequent umsetzt.
Dass sie dabei auch auf die Nase fallen kann, nimmt sie gerne in Kauf und rundet
das Gesamtbild ab.
Dieser Krimi/Roman ist meiner Meinung nach der beste Grappa-Band und spiegelt
auch die Weiterentwicklung der Autorin wieder. Besonders bemerkenswert für alle
nicht Grappa-Kenner ist immer wieder die Natürlichkeit mit der die Autorin das
Verhältnis Mann/Frau betrachtet.
Wollenhaupt ist offensichtlich der Meinung, dass Gleichberechtigung zwischen den
Geschlechtern nicht zur Diskussion stehen kann, da selbstverständlich, obwohl
Grappa bei Macho-Typen eindeutig schwächelt - was wiederum auch nur weiblich ist."«
Heidrun Weber in "Radio Oldenburg - Literarisches Kabinett"
»"Grappa ist eine ganz herrliche Frau mit einer guten Portion Selbstironie, mit
viel Humor, Charme und Witz.
Ein kurzweiliges Buch, das vielleicht ein wenig zu brutal und makaber ist, aber
ist Fußball das nicht auch?
Ich bin mir sicher, dass die Frauen und Männer, die Grappa noch nicht kennen,
sie unbedingt kennenlernen sollten.
Grappa ist also nicht nur als Getränk, sondern auch als Frau einzigartig und
köstlich und steigt einem ganz schnell in den Kopf."«
Elmshorner Nachrichten, Mai 2006
»"Gabriella Wollenhaupt hat mit ihrem 16. Grappa-Krimi ein echtes Golden Goal geschossen.."«
Heidelberg aktuell 7/2006
»"Grappa at her best."»
Rheinische Post, 11. Juli 2006
»"Das Buch ist scharf gewürzt mit Spott über Gutbürgerliches, ordentlich Feminismus
und Kapitalismuskritik sind auch dabei, manchmal geradezu reflexhaft.
Aber es ist amüsant.
Das Buch fesselt - auch durch Humor."«
Emsdettener Volkszeitung, 17. Juni 2006
»"Fußball und Krimi - das passt hervorragend zusammen.
Autorin Gabriella Wollenhaupt hat daraus einen spannenden Fall gebastelt, den nicht
nur Freunde von Grappa nicht verpassen dürfen.
Herrlich dieser Krimi, der daherkommt wie ein leichte Brise, doch ein Gewitter zu
bieten hat. Klasse!"«
Krimizeit.de
»"Mit Witz, treffender Milieubeschreibung und interessanter Geschichte ist
Wollenhaupt ein unterhaltsamer Krimi gelungen.
Dazu trägt die Hauptfigur der Grappa-Serie bei: die selbstbewusste, freche Grappa
macht Lust auf mehr!
Die wohltuende direkte Art und scharfsinnigen Kommentare zeichnen die Krimis von
Wollenhaupt aus."«
Nordsee-Zeitung, Januar 2007
»"Gabriella Wollenhaupt, im Brotberuf Fernsehredakteurin beim WDR, schickt ihre
frech-sympathische Serienfigur nun schon zum 16. Mal in ein aufregendes Recherche-Abenteuer.
Was dabei herauskommt, ist leichte, amüsante und spannende Lektüre - geeignet nicht
nur für Fußballfans."«
Ingrid Kohlmeyer, ekz-Informationsdienst, September 2006
»"Wieder erleben wir einen spannenden und ziemlich verzwickten Fall, eine zur
Höchstform auflaufende Maria Grappa und reichlich bissige Kritik am Fußballwesen.
Für viele Bibliotheken - und für tolerante Fußballfans mit Humor."»
Stadtmagazin Witten, August 2006
»"Schrill und schräg - so kennt und liebt man Gabriella Wollenhaupts Protagonistin Grappa.
Eine herrliche Abschlusslektüre der WM."«
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