Grappa macht Theater

3. Band der Grappa-Serie
Erscheinungsdatum: März 1994

Der Bierstädter Theaterkritiker Nello von Prätorius wird entführt und umgebracht. Die Polizei glaubt an einen Racheakt, denn der Journalist hat sich durch seine ätzenden Kritiken viele Feinde gemacht. Reporterin Maria Grappa stößt bei ihren Recherchen auf eine verschworene Gemeinschaft, die die Kulturszene in Bierstadt bestimmt: den Chef einer Wach- und Schließ-Gesellschaft, der gerne Gene-ralintendant werden will, den zynischen Kulturdezernenten, den Kammer-schauspieler Paul Pistor und den Bierstädter Be-troffenheitsschriftsteller Lazarus Beutelmoser. Sämtliche Mitglieder der ›Loge‹ hatten einen triftigen Grund, Nello ins Jenseits zu befördern.

Grappa erlebt Theaterpremieren, Dichterlesungen und Highsociety-Feten und muss feststellen, dass sie die kriminelle Energie der Glitzerwelt in ihrem erbarmungslosen Kampf um Geld, Prestige und Posten gewaltig unterschätzt hat.




Leseprobe:

Ich rief bei Beutelmoser an.
»Wissen Sie schon, dass Ihre Eve das Zeitliche gesegnet hat?«, fragte ich. Mein Ton war richtig munter, ich wollte ihn nicht erschrecken.
»Was meinen Sie?« Er war schwer von Begriff oder tat zumindest so.
»Beate Elsermann hatte vergangene Nacht Besuch. Ihr Gast hat sie erwürgt.«
Pause. »Wie schrecklich«, murmelte er, »das ist ja furchtbar. Weiß man, wer es getan hat?«
»Die Polizei tappt noch im Dunkeln. Das heißt aber nicht viel. Die Leiche ist erst vor wenigen Stunden gefunden worden.«
»Dieser junge hoffnungsvolle Mensch!«
»Dafür, dass Beate Elsermann Ihre Geliebte und Ihre Muse war, reagieren Sie erstaunlich gefasst, Herr Beutelmoser!«
»Muss ich meinen Schmerz aller Welt kundtun?«
»Sie müssen gar nichts. Hat Frau Elsermann Sie gestern Abend noch angerufen?«
Sein Nein kam zu prompt, um wahr zu sein.
»Schade«, sagte ich, »Frau Elsermann hatte Beweise, dass nicht Sie der Autor sind, sondern Nello diesen Adam-und-Eve-Roman geschrieben hat. Prima für Sie, dass sie tot ist, oder?«




Pressestimmen:

WAZ
»Der Krimi ist ohne Zweifel süffisant.»

Nordkurier
»Maria Grappa ist eine angenehm menschliche Heldin: draufgängerisch, aber nicht abgebrüht; einfallsreich, aber nicht skrupellos; verletzbar, aber nicht pathetisch.«

Marabo
»Die brillante Bösartigkeit … macht nicht einmal Halt vor sozialen Kultfiguren … Psychologische Betulichkeiten opfert die Krimi-Autorin dem Tempo der Aktion; ihrem fortgesetzten Porträt von Bierstadt sind die grellsten Kolportage-Effekte gerade gut genug. Das ist technisch perfekt gemacht, laut, knallig, rasant.«

WAZ
»Gabriella Wollenhaupt baut ihren Hang zum Dialog aus, treibt die Story temporeich voran, arbeitet weiter mit satirischem Zugriff, von dem sie auch die Heldin nicht verschont … Meistens sind ja die Skandale, die das Leben schreibt, schöner als alles, was man sich ausdenken kann. Aber Krimispezialistin Gabriella Wollenhaupt setzt der Wirklichkeit noch ordentlich einen drauf.«